Kloster Wienhausen – Backsteinjuwel am Rande der Heide

Das kleine Wäldchen hinter sich gelassen fällt der Blick des Besuchers sofort auf die imposanten gotischen Backsteinfassaden mit ihren gewaltigen Stufengiebeln. Das Kloster Wienhausen wurde 1229 erstmals erwähnt. Agnes von Landsberg, eine Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, hatte es einige Jahre zuvor gegründet.

Kloster Wienhausen - Westflügel und Nonnenchor

Kloster Wienhausen – Westflügel und Nonnenchor

„Unsere schönste Dame“ nennt sie Frau Brockmann, die Priorin des Klosters, die uns mit großer Begeisterung und viel Humor die spannende Geschichte Wienhausens näherbringt. Schön finde ich Agnes auch. Ihre lebensgroße Statue steht im unteren Kreuzgang des Klosters. Ein leuchtend roter Mantel liegt ihr um die Schultern, darunter ein elegantes blaues Kleid. Ihr Gesicht wirkt lebendig. Mit einem sanften Lächeln und wachen Augen blickt sie dem Besucher entgegen. (Im Inneren des Klosters ist Fotografieren leider nicht erlaubt, daher hier nur ein Link zu Agnes).

Lebhafte Vergangenheit

Das Kloster Wienhausen ist seit Agnes‘ Zeiten durchgehend bewohnt. Doch Vieles hat sich seit damals verändert. Bis zur Reformation lebten die Nonnen nach den Regeln des Zisterzienserordens. Daher gibt es auch keinen Kirchturm sondern nur einen bescheidenen Dachreiter. Dank der großzügigen Unterstützung der Welfen-Herzöge gelangte das Kloster zu Wohlstand. Die gotischen Bauten und Wandmalereien aus dem 13. und 14. Jahrhundert sind heute noch gut erhalten. Ein besonders bemerkenswertes Ausstellungstück ist allerdings weltlicher Natur: Brillen aus dem frühen 14. Jahrhundert.

Nonnenchor

Nonnenchor

Das absolute Highlight des Klosters verbirgt sich im von außen recht schlicht wirkenden Nonnenchor. Wände und Gewölbedecke sind hier mit über 100 farbenfrohen Szenen aus der Bibel bemalt – beginnend mit der Genesis bis hin zur Wiederauferstehung. Eine derartige lückenlose gotische Malerei ist einzigartig in Deutschland. (Aufgrund des Fotografierverbots kann ich auch hier leider nur auf einen Link zum Nonnenchor verweisen.)

Die Reformationsjahre waren eine sehr unruhige Zeit für das Kloster. Die Nonnen weigerten sich strickt – wie in den anderen Heideklöstern auch -, die neue Lehre anzunehmen. Schließlich ließ Herzog Ernst der Bekenner 1531 den Ost- und Teile des Nordflügels zerstören, um die Reformation zu erzwingen. Doch ohne Erfolg. Erst über fünzig Jahre später wurde die erste evangelische Äbtissin im Kloster eingesetzt.

Stätte der Begegnung

Heute geht es im Kloster Wienhausen sehr viel ruhiger zu. Dreizehn Konventualinnen leben noch im Kloster. Anders als im Mittelalter sind es heute ausschließlich ältere Damen, die sich erst im Rentenalter zu einem Leben in klösterlicher Gemeinschaft entschlossen haben. Ebenfalls anders als früher leben sie auch nicht mehr abgeschottet hinter den Klostermauern sondern öffnen sich für Besucher. Denn mit ihren Führungen, gemeinsamen Gottesdiensten sowie einem abwechslungsreichen kulturellen Programm machen sie Kloster Wienhausen für Gäste attraktiv. Darüber hinaus bieten sie mehrtägige Seminare an, in denen der berühmte Klosterstich unterrichtet wird. Die Termine für 2017 stehen schon fest.

 

 

 

 

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Wer mordet schon in der Lüneburger Heide? – Ein krimineller Freizeitplaner

Als ich vor ein paar Tagen beim Stöbern im Buchladen auf dieses Taschenbuch „Wer mordet schon in der Lüneburger Heide? stieß, konnte ich mir unter einem kriminellen Freizeitplaner nicht wirklich etwas vorstellen. Aber der Untertitel hat mich neugierig gemacht. Und da ich Krimis mag und ohnehin immer auf der Suche nach Anregungen für Ausflüge in unserer schönen Region bin, musste ich das Buch einfach kaufen. Schließlich kann man für 9,99€ nicht viel verkehrt machen.

Ein krimineller Reiseplaner

Ein krimineller Reiseplaner

Zu Hause habe ich das Buch auch gleich näher in Augenschein genommen. Die beiden Autorinnen K. Hanke und C. Kröger führen uns in 11 Kurzkrimis durch die Lüneburger Heide und liefern dazu 125 Freizeittipps quer durch die Region. Weiterlesen

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Sandmandala in Lüneburg

Viele von uns verreisen, um fremde Länder und Kulturen kennen zu lernen. Doch manchmal haben wir Glück und die fremden Kulturen kommen zu uns nach Hause. Letzte Woche waren drei tibetische Mönche, Gesche Dschomlo und seine Kollegen Gesche Jampa und Gesche Sönam Tashi, aus der südindischen Klosteruniversität Sera in Lüneburg zu Gast, um in der Volkshochschule das Sandmandala des Medizinbuddhas zu streuen. Sechs Tage lang dauerte dieses beeindruckende Ritual. Ein Sandmandala dient der Meditation und stellt einen zweidimensionalen Palast für einen ausgewählten Buddha und seine Gefolgschaft dar. Fünf Tage lang wurde das Mandala gestreut bevor es am Samstag in einem feierlichen Ritual aufgelöst und die Ilmenau geschüttet wurde. Wir haben diese spannenden Tage für Sie in Fotos festgehalten. Weiterlesen

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Alte Salzstraße Etappe 2 – Lauenburg

Die Spur des Salzes führt als nächstes nach Lauenburg. Per Schiff wurde es auf Ilmenau und Elbe von Lüneburg hierher gebracht und zum Weitertransport nach Lübeck auf Karren verladen – bis zum Ende des 14.Jh. Dann wurde der Stecknitz-Delvenau-Kanal fertig gestellt und es ging nach Lübeck auf Kähnen weiter. Am 22.Juli 1398 erreichten die ersten mit Lüneburger Salz beladenen Schiffe Lübeck. Heute ist die Strecke bequem mit der Bahn zurückzulegen; nur 12 Minuten dauert die Fahrt nach Lauenburg. Wer mag, kann die 23km lange Strecke auch mit dem Fahrrad fahren.

Lauenburg

Lauenburg

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Die Alte Salzstraße Etappe 1 – Von Lüneburg nach Bardowick

Karl der Große unterwarf hier die Sachsen, Heinrich IV verhandelte hier mit dem Dänenkönig und Kaiser Lothar III hielt hier größere Reichsversammlungen ab. Heute weist nur noch der imposante Dom darauf hin, dass der kleine Marktflecken Bardowick einmal Schauplatz großer Ereignisse und Treffpunkt gekrönter Häupter war.

Dom zu Bardowick

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Gewürzmuseum Hamburg

Vor drei Wochen wurde die Hamburger Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Diese Nachricht erinnerte mich daran, dass ich ihr schon längst einen Besuch abstatten wollte.

Speicherstadt Hamburg

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Genauer gesagt dem Gewürzmuseum, das recht unscheinbar in der zweiten Etage eines alten Speichers am Sandtorkai liegt.

Eingang zum Gewürzmuseum Hamburg

Eingang zum Gewürzmuseum Hamburg

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Mit dem Fahrrad nach Bardowick

Wer nicht aus Lüneburg oder Umgebung kommt, hat wahrscheinlich noch nie von Bardowick gehört. Und doch ist dieser beschauliche Marktflecken vor den Toren Lüneburgs durchaus einen Ausflug wert. Denn Bardowick schaut auf eine beeindruckende mittelalterliche Geschichte als aufstrebende Handelsstadt zurück, die selbst die meisten Ortsansässigen kaum kennen.

Bardowick - Nikolaihof

Bardowick – Nikolaihof

Daher möchten wir Sie auf eine Entdeckungstour nach Bardowick mitnehmen und Sie mit seiner Vergangenheit bekannt machen. Weiterlesen

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„Mein Abenteuer ist nicht Dein Abenteuer“

Unter diesem Titel läuft die Blogparade von Florian vom flocblog. Dabei geht es um die Frage, was ist eigentlich ein Abenteuer? Florian hat dazu vier Thesen aufgestellt, die ich hier einmal genauer betrachten möchte.

Abenteuer in Nepal (1996) - Schlangenbeschwörer in Bodnath

Abenteuer in Nepal (1996) – Schlangenbeschwörer in Bodnath

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Hangzhou – Schon Marco Polo schwärmte von dieser Stadt

Vor ein paar Tagen hatte ich Kontakt zu einer Online-Reiseredaktion, die neue Autoren für ihre Seite suchten. Nach ihren eigenen Worten suchen sie Berichte über Geheimtipps, Orte mit einer spannenden Geschichte und ähnliches. Also schickte ihnen ich einen Beitrag über eine der schönsten und spannendsten chinesischen Städte, Hangzhou. Und bekam als Antwort: „Tut uns leid, diese Stadt ist für unsere Leser nicht interessant genug.“ Hat man da noch Worte?? Diese Stadt ist so „uninteressant“, dass sie längst einen festen Platz auf klassischen China-Rundreisen gefunden hat und KLM sie schon seit Jahren mehrmals wöchentlich nonstop anfliegt. Trotzdem kann man Hangzhou immer noch als Geheimtipp bezeichnen, ist sie zusammen mit ihrer Umgebung doch ein schönes Ziel für eine Städtereise. Und spannende Geschichten findet man hier überall. Weiterlesen

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10 Jahre Travel World Goosmann

Am 01.Februar ist es 10 Jahre her, dass wir unser Reisebüro eröffnet haben. Wirklich unglaublich wie schnell die Zeit vergeht.

Angefangen hat Travel World Goosmann ganz klein – als Büro bei uns zu Hause. Aber damals war die Zeit wohl noch nicht reif für diese Idee. Also haben wir uns ein Ladenlokal in der Innenstadt gesucht und auch gefunden. Ab Juni 2005 waren wir Am Berge 6 zu finden. Weiterlesen

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