Queen Mary 2 – Von Hamburg nach Southampton

Wohl kaum ein Kreuzfahrtschiff ist in Deutschland so populär wie die Queen Mary 2. Liegt es daran, dass sie der größte Ocean Liner der Welt ist? Oder daran, dass dieser größte Ocean Liner regelmäßig nach Hamburg kommt und so die alte Tradition der Atlantiküberquerungen nach Deutschland bringt?

Queen Mary 2

Queen Mary 2

Samstag

Im August 2011 will ich mich selbst davon überzeugen und schiffe mich auf der Queen Mary 2 für die Überfahrt von Hamburg nach Southampton ein. Schon vom Zug aus ist das Kreuzfahrtterminal in der Hafen City zu sehen und die Queen Mary 2 bietet einen imposanten Anblick. Vom Hauptbahnhof in die Hafen City zu kommen wird allerdings zum kleinen Abenteuer. Die U-Bahn-Linie war 2011 noch nicht fertig gestellt, also bleibt nur der Bus um zum Schiff zu kommen. Die ersten beiden Busse sind so voll, dass sie niemanden mehr einsteigen lassen. In den dritten schaffe ich es endlich hinein zu kommen, ernte allerdings zahlreiche böse Blicke, weil ich doch tatsächlich auch meinen Koffer mitnehmen möchte… In der Hafen City angekommen wird das Gedränge nicht besser. Im Gegenteil. Bei dem Versuch zum Schiff zu gelangen (zur Seite geht hier niemand), überfahre mit meinem Koffer einige Füße und höre so manche wütende Flüche hinter mir. Aber glücklicherweise ist man in dieser Menge schnell untergetaucht.

Im Terminal angekommen geht es gleich viel ruhiger zu. Die Sicherheitskontrollen und das Einchecken gehen schnell und unkompliziert und an Bord erklärt mir freundliches Personal wie ich zu meiner Kabine komme. Ich habe eine Balkonkabine auf Deck 4 steuerbord.

Queen Mary 2 - Balkonkabine

Queen Mary 2 – Balkonkabine

Nachdem der Koffer ausgepackt ist, mache ich mich auf dem Weg zur Aussichtsplattform auf Deck 11. Die Aussicht von hier oben ist gigantisch. Ich kann auf das Dach des Unilever-Gebäudes sehen und das ist ja nicht gerade klein.

Queen Mary 2 - Blick von Deck 11

Queen Mary 2 – Blick von Deck 11

Ich suche mir den besten Platz an der Brüstung, denn um 17:00 wird abgelegt und das Auslaufen aus Hamburg soll ja was ganz Besonderes sein. Ich bin auch immer noch fasziniert von den Menschenmengen, die in der Hafen City versammelt sind, nur um die Queen zu sehen. Es ist die zwanzigste Fahrt der Queen Mary 2 ab Hamburg und sie zieht immer noch unzählige Besucher an. Und die Menschenmengen werden nicht weniger als wir die Hafen City hinter uns lassen. Noch an den Landungsbrücken bis weiter nach Wedel stehen sie dicht gedrängt und winkend als wir vorbei fahren. Dazu werden wir bis aus Hamburg raus von kleinen Ausflugsbooten begleitet. Die Stimmung ist unglaublich.

Sonntag

Heute wird ein ruhiger Tag auf See. Nach dem ausgezeichneten 4-Gänge-Menü gestern Abend und dem reichhaltigen Frühstück sollte ich eigentlich ins Fitness Studio gehen, aber ich erkunde lieber das Schiff. Gestern ist mir schon aufgefallen, dass man sich trotz der enormen Größe hier schnell zurecht findet. Also mache ich mich auf, Deck für Deck herauszufinden, was die Queen Mary 2 so alles zu bieten hat. Als erstes finde ich das Spa und den Fitness Center. Es ist riesig und ganz vorn im Schiff mit einer super Aussicht aufs Meer. Wäre ich bis New York an Bord wäre ich wahrscheinlich jeden Tag hier, aber ich schiffe schon morgen in Southampton aus. Also geht‘ s weiter. Als nächstes bleibe ich in der Bibliothek hängen. Ja, hier könnte ich auch ganze Tage verbringen, ohne dass es langweilig wird. Mit über 8000 Büchern ist das hier die größte Bibliothek an Bord eines Schiffes und die Auswahl ist sehr vielfältig: Reiseführer, Romane, Kinderbücher sowie Sachbücher verschiedenster Thematik. Da ist für jeden was dabei. Aber ich habe mein eigenes Buch dabei und das Wetter ist zu schön, um drinnen zu bleiben, also ist mein nächster Stopp das Sonnendeck.


Nach dem Mittagessen erwartet mich eine Überraschung. Eine Kollegin von Cunard hat eine Besichtigung der Galley, der Küche, des Britannia Restaurants arrangiert. Es ist faszinierend zu erfahren, welche Vorbereitungen nötig sind, um bei jeder Sitzung alle Essen möglichst gleichzeitig auf den Tisch zubringen trotz der unterschiedlichen Wünsche und Sonderwünsche der Gäste. Da geht es nicht nur darum, die richtigen Mengen eingekauft zu haben sondern es werden auch nationalitätenbedingte Essgewohnheiten berücksichtigt. So mögen Amerikaner ihr Steak am liebsten Englisch, Deutsche lieber Medium und Engländer am liebsten ganz durch. Und trotzdem werden auch „Sonderlinge“ wie ich berücksichtigt, die trotz ihres deutsches Passes ihr Steak Englisch möchten. Es ist wirklich beeindruckend, wenn man bedenkt, dass pro Essenssitzung um die 1200 Passagiere verköstigt werden und alles nicht nur reibungslos klappt sondern auch von hoher Qualität ist.

Nach so viel Informationen rund ums Essen brauche ich eine kleine Stärkung und mache mich auf zum 5-Uhr-Tee. Ich folge den Hinweisschildern und lande beim Tanztee für allein reisende Damen. Nicht ganz das was ich gesucht hatte… Also mache ich mich weiter auf die Suche und gelange in den Wintergarten. Gemütliche Korbmöbel, ruhige Atmosphäre, Tee, Scones mit Marmelade und Häppchen – 5-Uhr-Tee wie ich ihn kenne und schätze. Hier lasse ich mich mit meinem Buch nieder bis es Zeit ist, mich für das Abendessen umzuziehen.

Montag

Wieder ein schöner Tag auf See. Heute morgen kann ich schon die englische Küste am Horizont erkennen. In wenigen Stunden werden wir in Southampton sein. Aber noch ist ausreichend Zeit für ein gemütliches Frühstück.

Die Ankunft in Southampton ist recht unspektakulär. Anders als in Hamburg steht hier niemand und winkt. Es ist ziemlich ruhig im Hafen und nur die Busse stehen schon da, um alle Gäste, die das Schiff hier verlassen, nach London zu bringen. Auch für mich endet die Reise mit dem Bustransfer durch die schöne südenglische Landschaft zum Flughafen London Heathrow.

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