Minimum Connecting Time oder Perfektes Timing und trotzdem zu spät

Die Minimum Connecting Time ist die Zeit, die mindestens benötigt wird um von einem Flieger in den nächsten umzusteigen. Diese ist für jeden Flughafen gesondert festgelegt und richtet sich nach verschiedenen Faktoren wie inländische oder internationale Anschlussflüge, Wechsel des Terminals oder Fluggesellschaft und einige mehr. Meist ist sie ausreichend bemessen und sollte man seinen Anschluss trotzdem nicht bekommen, muss sich die Fluggesellschaft drum kümmern. Soweit so gut. Trotzdem frage ich mich bei manchen Verbindungen, ob die Leute, die die Minimum Connecting Time festlegen, die Flughäfen überhaupt kennen und dort zumindest selber einmal umgestiegen sind?

Denn dass es trotz eingehaltener Minimum Connecting Time recht eng werden kann, zeigt mein Flug von München nach Montpellier im Juli 2000 mit Flughafenwechsel im Paris. Das Reservierungssystem zeigte für diese Verbindung eine Minimum Connecting Time von 2:15 Std an. In dieser Zeit soll man es also ohne Probleme schaffen von Charles-de-Gaulle nach Orly zu kommen. Nun ja… ich kenne Air France und ich kenne den Pariser Verkehr. Mit Verspätung und Stau muss ich auf jeden Fall rechnen. Also buche ich eine Verbindung mit 3:15 Std Umsteigezeit und habe so einen guten Puffer.

Sommerkleidung für eine Woche passt bei mir in einen kleinen Koffer. Daher frag ich am Check In, ob ich mein Köfferchen, das gerade mal 7kg wiegt, mit an Bord nehmen darf, um Zeit zu sparen für den Flughafenwechsel. Leider nicht, heißt es, die Maschine sei voll ausgebucht, aber da ich Vielflieger bin, könnte ich ein Upgrade in die Business Class bekommen. Dann würde mein Koffer mit als erstes ausgeladen werden und ich bräuchte nicht warten. Das finde ich sehr nett (vor allem da mir dafür keine Meilen abgezogen wurden). Business Class bei Air France ist auf innereuropäischen Flügen allerdings nichts Tolles; es sind dieselben Sitze wie in der Eco und es gibt dieselben Baguettes. Aber egal, ich sitze vor dem Vorhang, darf als erstes aus der Maschine raus nachdem wir pünktlich gelandet sind und als ich aufs Gepäckband zukomme, sehe ich meinen Koffer schon seine Runden drehen.

Als nächstes muss ich mein Ticket für den Bustransfer nach Orly abholen. Der Schalter ist einfach zu finden und vor mir sind nur zwei Leute, die schnell abgefertigt sind. Auch mit dem Bus habe ich Glück. Zur Haltestelle muss ich nicht weit laufen und der Bus steht auch schon da. Jetzt kann mir nur noch der Pariser Verkehr einen Strich durch die Rechnung machen, aber auch der meint es gut mit mir. Es geht zügig nach Orly.

In Orly muss ich neu einchecken und den Koffer aufgeben. Nachdem ich den richtigen Schalter gefunden und mich in die Schlange gestellt habe, sehe ich auf die Uhr. Ich habe fast 2,5 Stunden bis hier her gebraucht und dass obwohl alles glatt lief. Der Anschlussflug, den ich laut Reservierungssystem noch hätte bekommen müssen, hat vor 15 Minuten abgehoben. Ich wäre selbst zum hinterher winken zu spät gewesen – trotz des perfekten Timings. Da fragt man sich wirklich, wer legt solche Übergangszeiten fest? Denn selbst mit meinem späteren Flug wird es noch recht knapp. Die Schlange am Check In ist nicht ganz kurz und als in endlich dran bin, hat das Boarding schon begonnen. Gerade so eben schaffe ich es noch zum Gate und besteige als einer der Letzten die Maschine.

 

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2 Kommentare zu Minimum Connecting Time oder Perfektes Timing und trotzdem zu spät

  1. Wow! Das sind Erlebnisse, die an den Nerven zerrt! Schön, dass du es doch geschafft hast!

  2. Christina sagt:

    Nervenaufreibend war das überhaupt nicht. Es lief ja alles super und ich war total entspannt. Erst als ich in Orly ankam, habe ich ja festgestellt, dass es doch recht knapp war.

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