Lykische Küste – Dalyan

Was mir an der Lykischen Küste sofort aufgefallen war, war ihre üppige grüne Landschaft. Kein Vergleich zu der meist kargen Vegetation anderer Mittelmeerländer, die im Sommer fast völlig verdorrt. Grund dafür sind die Ausläufer des Tauros-Gebirges, die hier fast bis ans Meer reichen und an einigen Stellen fjordähnliche Küstenabschnitte gebildet haben. Viele Flüsse und Bäche durchziehen die Region und sorgen für ausreichend Feuchtigkeit für eine ganzjährige grüne Vegetation.

Obwohl mir das alles schon vor Abreise bekannt war, war ich doch angenehm überrascht und auf einen Landschaftstyp war ich überhaupt nicht gefasst. Nicht weit vom Ferienort Sarigerme entfernt liegt bei Dalyan eine ausgedehnte Schilflandschaft zwischen Köyceğiz-See und Iztuzu-Strand, auf dem die Meeresschildkröten Caretta caretta jedes Jahr ihre Eier ablegen. In der Antike war der See noch eine Meeresbucht, die nach und nach versandete, wodurch sich der See und sein Schilfdelta bildeten. Dieses einzigartige Delta mit seinen zahlreichen Wasserarmen lässt sich gut auf einer Bootstour ab Dalyan erkunden.

Dalyan

Dalyan

Aber die Naturschönheiten sind nicht das einzige Sehenswerte hier. In den Felswänden oberhalb des Schilfs wurden im 4.Jh. v. Chr. von den Einwohnern der karischen Stadt Kaunos Gräber mit beeindruckenden Fassaden gehauen. Kaunos war einst eine bedeutende Hafenstadt gewesen, die an Bedeutung verlor als die Meeresbucht versandete. Ihre Ruinen liegen heute am Ufer des Köyceğiz-See und können besichtigt werden. Viel ist über die Karer nicht bekannt. Nur dass es sich um eine indoeuropäisches Volk handelt, dass bereits um 1800 v.Chr. in assyrischen und hethitischen Texten erwähnt wird. Ihre Sprache ist mit dem Hethitischen verwandt.

 

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