Kulinarisches aus Dänemark

Ich fahre gern nach Dänemark. Seit meinem ersten Besuch im Oktober 2004 hat es mich regelrecht erwischt. War ich vorher der Ansicht, da gibt es doch nur Meer und Ferienhäuser, so wurde ich schnell eines Besseren belehrt und freue mich bei jeder Reise auf neu zu entdeckende Naturschönheiten, Schlösser, Wikingerstätten oder spannende Museen.

Worauf ich mich aber am meisten freue, ist die dänische Küche. Jetzt wird mach einer denken, die haben doch nur Hot Dogs und Rote Grütze. Vielleicht kommt Ihnen auch der wirre dänische Koch der Muppet Show in den Sinn, der lautstark sein „Smørrebrød, Smørrebrød, rømpømpømpøm“ zum Besten gibt. Dabei hat der Erfinder des Smørrebrød, ein Kneipenbesitzer aus Kopenhagen, 1888 eine unglaubliche Kreativität bewiesen. Da er mangels einer Küche keine warmen Mahlzeiten anbieten konnte, ließ er seine Köchin im Hinterzimmer belegte Brote schmieren. Und die verwandelte diese in wahre Kunstwerke. Smørrebrød kann mit allem belegt werden, was die Vorratskammer hergibt und wird anschließend mit Gurken, Zwiebeln, Meerrettich oder Remoulade verfeinert und verziert. Die längste Smørrebrød-Karte steht übrigens im Guiness Buch der Rekorde. Sie ist 1,40m lang und bietet 178 verschiedene Kreationen an.

In Dänemark ist kein Ort mehr als 50 km vom Meer entfernt. Kein Wunder also, dass Fisch in allen Variationen auch den Tisch kommt. Bereits auf dem Frühstücksbuffet findet man sehr leckere in verschiedenen Marinaden eingelegte Heringshäppchen. Fischliebhaber haben hier kein Problem Fisch morgens, mittags und abends auf den Teller zu bekommen, ohne dass sich ein Gericht wiederholt. Eines meiner Lieblingsfischgerichte ist paniertes Schollenfilet mit hausgemachter Remoulade. Das gehört einfach zu jedem Dänemark-Urlaub. Ganz besonders empfehlenswert ist der Røget Sild, geräucherter Hering, eine Spezialität auf Bornholm. Aber auch Wildlachs wird hier gefangen und geräuchert.

Wer keinen Fisch mag, muss in Dänemark aber nicht verhungern. Sehr zu empfehlen ist der Flæskesteg, ein saftiger Schweinebraten mit knuspriger Kruste. Und auf was ich bei keinem Dänemark-Besuch verzichten möchte, ist die hausgemachte Leberpastete, die mit Champignons und knusprigen Speckstreifen oft auch schon zum Frühstück serviert wird. Auf Bornhom bestelle ich auch gern Lamm. Die einheimischen Lämmchen kommen dort gegrillt oder als leckerer Lammrücken auf den Tisch.

Was in Dänemark wohl kaum jemand vermutet, ist der hervorragende Käse. Esrom, Havarti und Danablu gibt es uns ja schon lange zu kaufen. Aber darüber hinaus gibt es noch sehr viel mehr, vom herzhaften Schnittkäse, über verschiedene Räucherkäse-variationen bis hin zum Bornholmer Ost, einen herzhaften Blauschimmelkäse. Als echter Käse-Junkie freue ich mich daher am meisten auf das Ende eines Menüs, die Käseplatte. Der Käse wird dann mit kleinen Kräckern gereicht und mit Preiselbeeren garniert.

Der süße Nachtisch ist aber auch nicht zu verachten. Besonders lecker finde ich die herzhaften Schokoladen- oder Gewürzkuchen. In der Vorweihnachtszeit gibt es dann den traditionellen Riz a l‘ Amande, einem Reispudding mit Vanille und Mandelsplittern. Trotz seines französischen Namens eine echte dänische Spezialität.

Die dänische Küche ist überwiegend herzhaft und rustikal. Aber die Verwendung von frischen und hochwertigen Zutaten lässt diese manchmal recht einfachen Gerichte zu einem echten kulinarischen Erlebnis werden.

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2 Kommentare zu Kulinarisches aus Dänemark

  1. Hach! Wir sind in den Ferien immer nach Dänemark gefahren. Da gehörten Hot Dog und frische Krabben vom Kutter zu unseren Lieblingsgenüssen. Und der feine Rosenkuchen, so eine Art Kaffeekranz! Bei Deinem Bericht, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Ich glaube, ich muss da bald mal wieder hin!
    LG
    Ulrike

  2. Christina sagt:

    Hallo Ulrike,

    das ging mir beim Schreiben des Beitrags ganz genauso. Ich war letztes Jahr in der Vorweihnachtszeit in Kopenhagen und ich finde auch, es wird höchste Zeit wieder zu fahren. Ein echtes Highlight ist dann immer das Jule Mad, ein traditionelles Weihnachtsbuffet, das auch in vielen Restaurants angeboten wird. Danach muss man mich immer zurück ins Hotel rollen 😉

    LG
    Christina

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