Glücksmomente auf Reisen

Anfang Januar bin ich von Frank Olsen gefragt worden, ob ich nicht einen Beitrag zu seiner Blogparade „Wie sich Glück darstellt“ schreiben möchte. Zuerst fand ich das Thema für einen Reiseblog etwas unpassend. Aber dann fielen mir die unzähligen Glücksmomente ein, die ich auf meinen Reisen erleben durfte. Viele von ihnen bereichern heute meinen Alltag, obwohl mir das oft gar nicht bewusst ist.

Bei Glück auf Reisen denkt manch einer vielleicht zuerst an Sonne, Strand, ein super Hotel oder pünktliche Flüge. Aber das sind nur oberflächliche Annehmlichkeiten. Für echte Glücksmomente benötigt man kein Luxushotel und es darf auch mal bewölkt sein oder regnen.

Fast völlig verregnet war meine Reise auf Borneo zu Beginn der Monsunzeit. Aber bei um die 30° machte das überhaupt nichts. Außerdem hatte ich meistens das Blätterdach des Dschungels über dem Kopf und blieb relativ trocken. Und die Übernachtung? Äußerst einfach mitten im Urwald ohne Elektrizität oder fließend Wasser. Aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – war diese Reise voller Glücksmomente. Ich hatte mich auf etwas eingelassen, das mir völlig fremd war, und bin mit ganz außergewöhnlichen Erfahrungen belohnt worden. Ich bin hier Menschen begegnet, die fernab jeder Zivilisation und ohne modernen Komfort leben. Dieses Leben zwei Tage lang teilen zu dürfen war ein großes Erlebnis. Aber auch die Anreise per Boot durch den Dschungel, der Sternenhimmel, der Weckruf der zahlreichen Hähne des Dorfes oder die Begegnung mit wilden Tieren. Das alles kannte ich bisher nur aus Dokumentarfilmen. Und ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal selber sehen und erleben darf.

Borneo - Bako N.P.

Borneo – Bako N.P.

 

Ähnlich erging es mir in Nepal. Nepal ist eines der ärmsten Länder der Welt und nachdem, was ich damals im Reiseführer gelesen hatte, hatte ich keine allzu großen Erwartungen an Komfort oder reibungslosen Ablauf der Reise… und wurde angenehm überrascht. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier war unglaublich. Überall war ich ein willkommener Gast, selbst in der einfachsten Hütte. Nach Nepal zu reisen bedeutete 1996, in eine andere Welt einzutauchen. Ich erinnere mich noch, wie ich beim Spaziergang über einen der vielen Märkte Kathmandus dachte „So ähnlich muss es bei uns im Mittelalter gewesen sein“. Die kleinen Gassen waren so eng, dass hier nur Fußgänger oder Fahrradfahrer durchkamen. Keine Autos verschandelten daher das historische Stadtbild. Ich war schwer beeindruckt. Aber auch hier war es wieder die Begegnung mit den Menschen, die die Reise zu einem Erlebnis machte. Sie waren immer freundlich und gut gelaunt und hatten Freude an kleinen Dingen, die wir häufig nicht wahrnehmen. Oft dachte ich, dass die Nepalesen uns Europäern Nachhilfe in Sachen „Zufriedenheit“ geben könnten.

Nepal (1996) - Schlangenbeschwörer in Bodnath

Nepal (1996) – Schlangenbeschwörer in Bodnath

 

Aber man muss nicht in die Ferne fliegen, um Glücksmomente auf Reisen zu erleben. So habe ich den schönsten Sternenhimmel im Harz erlebt. Und ein beeindruckendes kleines Naturschutzgebiet befindet sich direkt in meiner Heimatstadt, was mir bis vor Kurzem gar nicht bewusst war. Das zu entdecken, war schon etwas ganz Besonderes. Und in fremde Welten eintauchen, kann man ebenfalls oft vor der eigenen Haustür.

historischer Weihnachtsmarkt Lüneburg

historischer Weihnachtsmarkt Lüneburg

Viele meiner Glücksmomente haben etwas mit Entdeckungen zu tun, seien es Naturschönheiten, historische und kulturelle Stätten, kulinarische Genüsse oder die Begegnung mit Menschen anderer Kulturen. Denn überall kann man etwas lernen, für sich selbst mitnehmen und dadurch seinen Alltag bereichern. Ich bin sehr froh darüber, dass ich einen Beruf gewählt habe, der mir das ermöglicht.

 

 

 

 

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3 Kommentare zu Glücksmomente auf Reisen

  1. stefanie sagt:

    Und weißt Du was: Man merkt, dass Dein Beruf Dich glücklich macht. Ich lese Deine Berichte immer richtig gern! Viele Grüße, Stefanie

  2. Frank sagt:

    Liebe Christina,
    ein großartiger Beitrag zu meiner Parade.
    Auch ich erlebe oft sehr glückliche Augenblicke in der Natur,
    unterwegs mit meinem Hund, mit meinen Seminarteilnehmern oder auch allein.
    Besonders war in dem Bezug auch meine Reise auf dem Jacobsweg.
    Herzlichen Dank
    Liebe Grüße
    Frank

  3. Wie herrlich! Ja, das sind die besonderen Glücksmomente unterwegs! LG Ulrike

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