Gewürzmuseum Hamburg

Vor drei Wochen wurde die Hamburger Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Diese Nachricht erinnerte mich daran, dass ich ihr schon längst einen Besuch abstatten wollte.

Speicherstadt Hamburg

Speicherstadt Hamburg

Genauer gesagt dem Gewürzmuseum, das recht unscheinbar in der zweiten Etage eines alten Speichers am Sandtorkai liegt.

Eingang zum Gewürzmuseum Hamburg

Eingang zum Gewürzmuseum Hamburg

Ich koche sehr gern mit exotischen Gewürzen. Auf keiner Fernreise darf der Besuch eines Gewürzmarkts fehlen, vor allen nicht wenn es in Richtung Asien geht. Meinen Einkaufszettel habe ich immer dabei. Aber es geht mir dabei nicht nur um das Aufstocken der heimischen Gewürzvorräte. Die Atmosphäre auf solchen Märkten ist schon etwas ganz Besonderes. Vor allem die verschiedenen Aromen. Und wenn ich dann noch Glück habe und auf einen englischsprachigen Händler treffe, erfahre ich oft Neues und bekomme wertvolle Kochtipps. An den Besuch des Museums hatte ich daher recht hohe Erwartungen.

Das nur 350qm große Museum wirkt auf den ersten Blick sehr urig. Sackkarren, alte Maschinen und Säcke voll mit Gewürzen vermitteln den Eindruck eines alten Kontors. Leider wurde das Konzept nicht durchgehalten. Die zwei Supermarkt-Regale mit Gewürzdosen fand ich völlig fehl am Platze. Die kann jeder bei Edeka oder Kaufland betrachten und dort ganz ohne Eintritt zu zahlen. Viele kleinere Ausstellungstücke werden in hässlichen Glasvitrinen lieblos zusammengewürfelt präsentiert. Oftmals fehlen Erklärungen zu den Stücken. Auch die Informationen zu den Gewürzen sind recht dürftig. Auf Wikipedia findet man dazu mehr. Nur wenige sind etwas ausführlicher beschrieben wie z. B. die Vanille.

Enttäuschend waren auch die zum Riechen und Schmecken aufgestellten Gewürze. Die waren zwar sehr schön präsentiert, aber leider alt. Zu riechen war da nichts mehr. Selbst Reiben zwischen den Fingern vermochte kaum noch Aromen frei zu setzen.

Gewürze zum Anfassen

Gewürze zum Anfassen

Es ist schade, dass die Idee, die hinter diesem Museum steckt, so schlecht umgesetzt wurde. Man könnte mehr daraus machen. Was ich völlig vermisst habe, waren z. B. Informationen zu Gewürzmischungen. Curry kennt bei uns inzwischen jeder, aber was ist mit Ras-al-Hanout, Garam Masala, Berbere oder Panch Phoran, um nur einige zu nennen?

Mein Fazit: 5,-€ Eintritt sind für das, was geboten wird, zu viel. Zumal das Sponsoring der Firma Fuchs im ganzen Museum offensichtlich wird. Wer sich näher über Gewürze informieren möchte, muss dafür nicht extra nach Hamburg kommen. Gut sortierte Gewürzhändler findet man auf vielen Wochenmärkten. Dort kann man schnuppern und schmecken und bekommt dazu noch Infos aus erster Hand.

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2 Kommentare zu Gewürzmuseum Hamburg

  1. Ulrike sagt:

    Das ist ja schade! Ich war vor ein paar Jahren dort. Da duftete es noch sehr lecker. Aber mehr Informationen habe ich mir schon damals gewünscht.
    LG Ulrike

  2. Christina sagt:

    Ja, man hätte wirklich mehr daraus machen können. Lecker duften tut es jetzt nebenan. Da ist ein sehr schönes orientalisches Gewürz- und Teegeschäft. Ich glaube, da gab es mehr Gewürze als im Museum 😉

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