Boston ’s Freedom Trail

Als wir im Frühjahr 2000 das erste Mal in Boston sind, stellt sich wie an jedem neuen Urlaubsziel die Frage „Was sehen wir als erstes an?“. Eine kleine Broschüre, die ich bei Ankunft in der Hotellobby entdecke, nimmt uns diese Entscheidung ab: „Boston ’s Freedom Trail“. 16 historische Sehenswürdigkeiten werden hier beschrieben, einige davon stehen auch auf unserer To Do-Liste. Man folgt einfach einer roten Backsteinlinie auf den Gehwegen, die sich durch das Stadtzentrum schlängelt; sich zu verlaufen ist hier ganz unmöglich. Der ganze Trail ist knapp 4km lang und an einem Tag zu schaffen.

Alle 16 Sehenswürdigkeiten werden wir nicht abklappern, soviel steht fest, aber der roten Linie wollen wir folgen. Mal sehen, wohin uns das führt. Warum sich mit dem Stadtplan abmühen, wenn es einem so leicht gemacht wird?

Gemütlich bummeln wir nach dem Frühstück los. Die rote Backsteinlinie beginnt im Boston Common, dem ältesten öffentlichen Park der USA. Ursprünglich war diese riesige Grünfläche eine Gemeinschaftsweide für das Vieh der ersten Einwohner Bostons, später diente sie als Exerzierplatz und bei Bedarf wurde hier gelegentlich auch mal der Galgen aufgebaut.

Durch den Boston Common gelangen wir zum State Capitol, einem schönen Backsteingebäude von 1798, dessen vergoldete Kuppel schon von weitem in der Sonne glitzert.

Boston - State Capitol

Boston – State Capitol

Von hier aus folgen wir dem Trail an der Park Street Church vorbei zum Granary Burying Ground. Dieser Friedhof aus dem 18.Jh. ist nicht nur eine ruhige Oase inmitten der Innenstadt, hier liegen auch historische Persönlichkeiten wie Samuel Adams, John Hancock und Paul Revere begraben. Wer sich für amerikanische Geschichte aus der Revolutionszeit interessiert, sollte hier unbedingt vorbei schauen.

Boston - Granary Burying Ground

Boston – Granary Burying Ground

Unsere nächste Station ist der Old Corner Bookstore. Das Gebäude selbst stammt aus dem Jahre 1718. 1832 wurde es von einem Verlagshaus erworben und berühmte Schriftsteller wie Dickens, Longfellow oder Emerson waren hier zu Besuch. Heute gehört das Haus  dem Boston Globe, der seine literarische Tradition fortführt.

Pünktlich zur Mittagszeit kommen wir am Quincy Market und Faneuil Hall an. Perfektes Timing. Faneuil Hall wurde 1742 erbaut und dient seitdem als Versammlungs- und Markthalle. Heute ist es unter anderem auch ein beliebter Touristentreffpunkt, denn zahlreiche kleine Geschäfte laden zum Bummeln ein und wer wie wir zur Mittagszeit hier eintrifft, findet eine große Auswahl an Imbissen und Restaurants. Von Neuengland-Küche über Chinesisch, Italienisch, Mexikanisch bis hin zu Pancakes und Naschkram ist für jeden etwas dabei.  Die Entscheidung fällt schwer, aber man kann ja zum Abendessen wieder kommen und etwas anderes ausprobieren.

Boston - Faneuil Hall

Boston – Faneuil Hall

Wir entscheiden uns für ein Restaurant, in dem klassische Neuengland-Küche serviert wird. Wollen wir doch den berühmten Clam Chowder probieren, grob übersetzt eine Muschelcremesuppe. Unglaublich lecker. Beim Bummeln durch die Lädchen finde ich dann auch eine Postkarte mit dem Rezept drauf. Die muss ich haben, zum Nachkochen zu Hause.

Das Bummeln hat ziemlich viel Zeit in Anspruch genommen. Zwei Stationen, in denen Unabhängigkeitsgeschichte geschrieben wurde, wollen wir aber unbedingt noch sehen: Das Paul Revere Haus und die Old North Church.  Kennern der amerikanischen Geschichte ist Paul Revere durch seinen legendären Mitternachtsritt am 18.April 1775 bekannt, der ihn zu einem der berühmtesten Helden des Unabhängigkeitskrieges machte. Die Old North Church ist nicht nur die älteste Kirche in Boston, sie ist auch eng mit der Geschichte Paul Reveres und der Unabhängigkeit verbunden.

Boston - Old North Church

Boston – Old North Church

Es gibt noch einige andere Sehenswürdigkeiten entlang des Freedom Trail, aber für heute haben wir genug an Amerikanischer Geschichte und unsere persönlichen Highlights haben wir gesehen. Daher treten wir ganz gemütlich den Rückweg zum Hotel an.

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