Alte Salzstraße Etappe 2 – Lauenburg

Die Spur des Salzes führt als nächstes nach Lauenburg. Per Schiff wurde es auf Ilmenau und Elbe von Lüneburg hierher gebracht und zum Weitertransport nach Lübeck auf Karren verladen – bis zum Ende des 14.Jh. Dann wurde der Stecknitz-Delvenau-Kanal fertig gestellt und es ging nach Lübeck auf Kähnen weiter. Am 22.Juli 1398 erreichten die ersten mit Lüneburger Salz beladenen Schiffe Lübeck. Heute ist die Strecke bequem mit der Bahn zurückzulegen; nur 12 Minuten dauert die Fahrt nach Lauenburg. Wer mag, kann die 23km lange Strecke auch mit dem Fahrrad fahren.

Lauenburg

Lauenburg

Mit Lauenburg verbinde ich einige schöne Kindheitserinnerungen: Spazierengehen an der Elbe, die hübschen Fachwerkhäuser, Eis essen, Fishbrötchen. Seit über dreißig Jahren war ich nicht mehr dort. Und nichts scheint sich seit damals verändert zu haben.

In der Elbstraße, der ältesten Straße in der Altstadt, scheint die Zeit still zu stehen. Hier stehen sowohl das älteste Haus Lauenburgs aus dem Jahre 1573 wie auch das schmalste Haus Norddeutschlands, das keine 3m breit ist. Beim Bummel durch die verschlafenen Gassen der Altstadt, ist es schwer vorzustellen, dass Lauenburg einmal einer der wichtigsten Handelsplätze Norddeutschlands war. Lauenburg verdankte seinen Aufschwung  einem herzoglichen Privileg aus dem Jahre 1417, das besagte, dass nur Lauenburger Waren auf der Elbe transportieren durften.

Was mir beim Bummel durch die Altstadt besonders gut gefallen hat, waren die Infotafeln, die an manchen Häusern angebracht waren. Darauf ist die Geschichte der Gebäude nachzulesen und auf manchen fanden sich auch ganz interessante Anekdoten wie auf dieser hier (zum Vergrößern Bild anklicken) :

Geschichtstafel

Geschichtstafel

Schon vom Bahnhof aus ist er Turm der Maria-Magdalena-Kirche zu sehen. Der ursprüngliche Bau geht auf das Jahr 1227 zurück, aber davon ist heute nichts mehr zu erkennen. Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut.

Hinter der Kirche schlängelt sich der Wallweg hoch zum ehemaligen Schloss. Gutes Schuhwerk ist hier sehr zu empfehlen. Meine Eltern hatten mich vorgewarnt: „Pass auf, die haben Kopfsteinpflaster“. „Na und?“ dachte ich, „haben wir doch auch.“ Während aber das Lüneburger Kopfsteinpflaster halbwegs gleichmäßig verlegt wurde, sieht der Wallweg aus als wären hier Säcke voll unterschiedlich großen Kieseln ganz willkürlich über den Weg gekippt worden. Uneben, holprig und echte Stolperfallen. Aber das Gekraxel ist es wert. Je höher man kommt, desto schöner wird die Aussicht. Über die Dächer der Altstadt auf die Elbe.

Oben angekommen, fällt der Blick auf den Schlossturm aus dem Jahre 1477. Ursprünglich als Geschützturm zur Verteidigung erbaut, wurden hier später Gefängniszellen eingerichtet, die noch zu besichtigen sind.

Um 1182 entstand an dieser Stelle die erste Burg „Lowenborch“, die gegen Ende des 15. Jh. in ein Renaissance-Schloss umgebaut wurde. Vom Schloss selber ist außer einem Seitenflügel, in dem heute die Stadtverwaltung untergebracht ist, nichts mehr übrig. Es wurde 1616 bei einem Brand zerstört.

Mit dem Abstieg über die Fährtreppe zurück zur Elbe endet der Rundgang durch die Schifferstadt Lauenburg. Die nächste Etappe auf der Alten Salzstraße führt in die Eulenspiegelstadt Mölln.

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